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Fortlaufende Datensicherung in Windows 8 mit dem Dateiversionsverlauf

Datensicherung, fortlaufend, mit dem Dateiversionsverlauf


Wer kennt das nicht. Vorgestern noch ein Referendariat geschrieben und vor lauter Übermüdung oder Stress die Datei gelöscht oder Überschrieben. Wenn die Datei noch im Papierkorb liegt, hast du Glück, wenn nicht dann greifst du eben auf deine Datensicherung zurück. Und Zack hat dich das Schicksal gepackt. Keine Datensicherung gemacht. Ist ja auch klar, denn was soll schon passieren.

 

Microsoft hat für dich mitgedacht

Mit Windows 8 hat Microsoft das Thema Datensicherung neu in Angriff genommen. Die unter Windows 7 bekannte Volume Schatten Kopie hat beim typischen Anwender keine große Aufmerksamkeit erregt und gilt für die meisten immer noch als absoluter Geheimtipp. In Windows 8 wurde für Anwender eine einfache Sicherungslösung eingeführt, die es Anwendern ermöglicht, die Bibliothek fortlaufend im Hintergrund zu sichern.

 

Was genau ist der Dateiversionsverlauf

Der Dateiversionsverlauf ist eine Sicherungsmethode, welche Versionen einer Datei erstellt, beginnend vom Ursprung (mit dem erstellen der Datei). Änderungen an dieser Datei werden als eine neue Version gespeichert, sodass der Anwender am Ende die Möglichkeit hat, eine Datei bis zu drei Jahre Rückwirkend wieder herzustellen.

 

Warum und was wird gesichert?

Der Dateiversionsverlauf sichert im Hintergrund automatisch den Inhalt deiner Windows-Bibliothek, Favoriten, Kontakte und deinen Desktop auf externe Speichermedien oder einen Netzwerkspeicher und zwar in regelmäßigen Abständen oder wenn Veränderungen an einer Datei vorgenommen werden. Dateiversionsverlauf nennt Microsoft auch File History.

 

Dateiversionsverlauf aktivieren

Der Dateiversionsverlauf muss über die Systemsteuerung aktiviert werden. Bevor er aktiviert werden kann, musst du über ein externes Speichermedium oder über ein eingebundenes Netzlaufwerk verfügen.

Windows Dateiversionsverlauf

Systemsteuerung öffnen

 

Windows Dateiversionsverlauf

Programmgruppe System & Sicherheit öffnen

 

Windows Dateiversionsverlauf

Dateiversionsverlauf öffnen

 

Hätte ich an meinem Laptop einen externen Datenträger, würde dieser auch vom System erkannt und als mögliches Ziel vorgeschlagen. Ich habe aber keinen USB-Datenträger sondern ein Netzlaufwerk welches ich verwenden möchte. Also wähle ich auch den Link Netzwerkadresse verwenden.

Windows Dateiversionsverlauf

 

Um das Netzlaufwerk oder die Netzwerkfreigabe hinzuzufügen wählst du nun Netzwerkadresse hinzufügen. Darauf hin öffnet sich der Netzwerkexplorer welche dein Netzwerk nach verfügbaren Geräten durchsucht. „ Wenn du deine Datensicherung auf einen anderen PC in deinem Heimnetzwerk sichern möchtest, dann musst du einen Freigabeordner erstellen, auf dem der Benutzer der sichern möchte auch Schreibberechtigung hat. Dazu sollte auch die Dateifreigabe aktiviert sein (Windows Vista, 7, 8)

Wenn du zufällig den UNC-Pfad (Uniform-Naming-Convention) deiner Freigabe kennst, dann kannst du sie auch direkt eingeben. Im meinem Beispiel liegt die Freigabe auf mein NAS und ist erreichbar unter dem UNC-Pfad \\srv-nas01\test
Windows Dateiversionsverlauf

 

Um den Dateiversionsverlauf zu aktivieren muss man ihn nun noch einschalten. Wenn die Zugriffsberechtigungen stimmen, wird die Quelle als Zielmedium akzeptiert und im Anschluss eine Erstsicherung durchgeführt.

Windows Dateiversionsverlauf

 

Einstellungen

Ausschluss von Objekten

Wenn du nicht den gesamten Inhalt deiner Bibliothek sichern möchtest, kannst du auch Dateien und Ordner aus dem Revisionsverlauf ausschließen.

 

Speichern von Dateikopien

Hier legst du das Zeitintervall fest, wie oft Kopien von Dateien angelegt werden sollen.

 

Größe des Offline Caches

Dieser Wert wird in Prozent angegeben und bedeutet, wie viel Prozent deines physischen Systemdatenträgers dafür Verwendet werden können, um offline Dateiversionen vorzuhalten, wenn die Sicherungsquelle einmal nicht verfügbar ist. Heißt, wenn du eine Festplatte hast, die einen Terabyte groß ist, dann werden bei 5% 51, 2 Gigabyte für die offline Verfügbarkeit eingerichtet. Der eingerichtete Bereich ist nicht als Partition im Windowsexplorer verfügbar sondern lediglich auf einem bestimmten Bereich auf der Festplatte abgelegt.

Windows Dateiversionsverlauf

 

Aufbewahren gespeicherter Versionen

Hier legst du die Aufbewahrungszeit für deine Verlaufskopien fest. In der Auswahlliste reichen die Optionen von einem Monat bis hin zu für immer.

Achtung, die Option für immer sollte man nicht wörtlich nehmen. Das maximale Aufbewahrungszeit einer Verlaufskopie liegt bei 3 Jahren. Alle Versionen einer Kopie, die Älter als 3 Jahre sind werden überschrieben.

 

Bereinigung von Dateiversionen

Bereinigung heißt an dieser Stelle, dass alle verfügbaren Dateiversionen einer Datei gelöscht werden. Das maximale Alter der Dateiversion, welche du beibehalten willst kannst du im Vorab festlegen. Wählst du die Option 3 Monate, werden alle Dateiversionen die diesen Zeitraum überschreiten endgültig gelöscht. Die aktuellste Version wird immer aufbewahrt.

Windows Dateiversionsverlauf

 

Dateiversionen Wiederherstellen

Um eine Dateiversion wiederzustellen, empfehle ich die Verwendung des Assistenten, den du direkt aus der Systemsteuerungsgruppe Dateiversionsverlauf starten kannst. Hier hast du eine sehr leicht verständliche Ansicht die du Blättern kannst. Für jeden Zeitpunkt der Sicherung hast du ein separates Ansichtsblatt. Die Zeitpunkte der Sicherungen lassen sich ganz einfach durchblättern.

Windows Dateiversionsverlauf

 

Wenn deine Datei länger zurückliegt kannst du auch Datumsfilter verwenden um die Suche zu beschleunigen.

Windows Dateiversionsverlauf

 

Bei der Wiederherstellung einer Datei hast du außerdem die Möglichkeit zu entscheiden wie die Datei wiederhergestellt wird. Entweder durch ersetzen oder durch Speicherung an einem anderen Ort. Eigentlich keine Besonderheit. Eine Weitere aber recht umständliche Variante eine ältere Dateiversion wieder herzustellen ist über den Datei Explorer (Windows Explorer). Dazu greifst du einfach auf dein Sicherungslaufwerk und kämpfst dich durch die Ordnerstruktur. Die Ordnerstruktur ist wie folgt aufgebaut:

\\SERVER\FREIGABE\Benutzername\Computername\Configuration
In dem Ordner Configuration befinden sich wieder der Name schon andeutet die Konfigurationsdateien und Katalogdateien für den Dateiversionsverlauf. Die Konfiguration wird in einer XML-Datei gespeichert der Katalog in einer Datenbank Catalog.edb

Für den Fall, dass das Sicherungslaufwerk nicht Verfügbar ist, werden geänderte Daten im Ordner einem Unterverzeichnis des Benutzerordners zwischengespeichert. Der Pfad dazu lautet C:\Users\Dein_Benutzername\ AppData\Microsoft\Windows\ FileHistory\Data

\\SERVER\FREIGABE\Benutzername\Computername\Data
In dem Ordner Data befinden sich die Dateien die durch den Dateiversionsverlauf gesichert wurden. Um die Version einer Datei zu erkennen wird an jede Datei ein Datums- und Zeitstempel angefügt. Auch hier kannst du Filter anwenden, trotzdem bleibt es eine Chaosliste. Du kannst dir also jetzt schon vorstellen wie das aussieht, wenn du Dateiversionen hast, die zwei Jahre zurück liegen? Gut, dann bleib bei dem Assistenten, der wurde extra für dich programmiert.

Den Dateiversionsverlauf einer einzelnen Datei kann man auch über die Bibliothekstools aufrufen und einsehen.

Windows Dateiversionsverlauf

 

Systemabbild? Nö!

Der Dateiversionsverlauf kann keine vollständigen Systemabbilds erstellen. Für Vollständige Systemabbilds musst du weiterhin die Windows 7 Dateiwiederherstellung verwenden, die auch noch in Windows 8 enthalten ist. Außerdem kannst du dich nur für einer dieser Sicherungsvarianten entscheiden. Entweder den Dateiversionsverlauf oder die klassische Windows 7 Datensicherung.

 

Fazit

Der Dateiversionsverlauf ist zwar nett gemeint von Microsoft, aber die Anforderung an eine Datensicherung erfüllt es nur zum Teil. Ein großer Nachteil ist, dass der Dateiversionsverlauf auch nur Daten innerhalb der Bibliothek sichern kann. Die klassische Sicherungsvariante von Windows 7 sichert auch Ordner und Dateien außerhalb der Bibliothek. Vorteilhafter gegenüber den Schattenkopien ist, dass die gesicherten Daten nicht auf der Quellfestplatte gesichert werden. Bei einem Defekt der Festplatte konnte man auch auf die Vorgängerversion nicht mehr zugreifen.

Für Leute, die kein Problem damit haben das Betriebssystem nach einem schwerwiegenden Fehler erneut zu installieren eignet sich dieser Variante der Datensicherung bestimmt ganz gut. Aber will das? Wie bereits erwähnt, kann man sich auch nur für eine Sicherungsmethode entscheiden. Windows 7 Datensicherung und Windows 8 Dateiversionsverlauf können nicht parallel verwendet werden. Solange eines der beiden Programme aktiviert ist, kann das Andere nicht verwendet werden. Unter Verwendung des Dateiversionsverlaufes ist die Reparaturkonsole auch fast schon sinnlos, da im Falle eines Falles kein Systemabbild wiederhergestellt werden kann. Für den Dateiversionsverlauf sehe ich daher auch nur für Windows 8 RT eine Zukunft. Für Desktops kommt es für mich nicht in Frage.

 

Videoanleitung

 

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